Kräuter,  Tee

Tea Time I: Und was ist mit Tee??

Herzlich willkommen zu meiner Serie Tea Time. Ich möchte euch hier ein weiteres Interessensgebiet von mir nahebringen: meiner Liebe zu gutem Tee.

Du magst auch Tee? Aber weißt Du auch, dass nicht alles was mit heißem Wasser aufgebrüht wird, auch gleichzeitig ein Tee ist?

Was ist denn nun Tee genau?

Als Tee wird offiziell nur die mit heißem Wasser über-/aufgebrühten Blätter der Teepflanze (camellia sinensis) bezeichnet. Die Teepflanze gehört zur Gattung der Kamelien und findet sich in der Familie der Teestrauchgewächse ein.

Es gibt unterschiedliche Typen des Teestrauchgewächses, die entsprechend unterschiedliche geschmackliche Richtungen ergeben, wie hell und blumig oder dunkel und würzig.

Bei der Geschmacksnote spielt das Anbaugebiet eine große Rolle, selbstverständlich auch die entsprechende Züchtung und Weiterkultivierung der Teepflanze.

So kommen Dir die Namen der Tees sicher bekannt vor: Ceylon (Sri Lanka), Assam (Nord-Ost Indien), Darjeeling (Westbengalen, Indien), Pu-Erh (Pu ér, Yunnan, China).

Entstehung der Teesorten – eine Frage der Verarbeitung

Schwarztee
Das grüne Teeblatt wird gepflückt und getrocknet. Dann wird es in einem mechanischen Arbeitsschritt gerollt. Beim Rollen bricht das getrocknete Blatt auf, der Saft tritt aus und reagiert mit dem Sauerstoff der Umgebung, eine Oxidation (Fermentation) setzt ein. Das Blatt wird schwarz, ähnlich einer Bananenschale, die man offen liegen lässt. Nun geht es an die zweite Trocknungsrunde, wo fast alle Restfeuchtigkeit dem Blatt entzogen wird, welches am Ende auch der Haltbarkeit dient.


Grüner Tee
hierbei wird nach dem ersten Trocknen durch Erhitzen der Blätter der Oxidationsprozess unterbrochen. Deshalb bleibt das Blatt grün und im Geschmack schmeckt er leicht bitter. Das liegt an der Unterbrechnung der Oxidation.

Matcha Tee
wird aus den jüngsten und feinsten Blättchen gewonnen.Seine Verarbeitung ist gleich dem grünen Tee, nur dass er am Ende zu feinstem Pulver gemalen wird. Er findet Anwendung in der traditionellen japanischen Teezeremonie, wo das feine Pulver mit einem Bambusbesen in das  heiße Wasser zu einem Tee “aufgeschlagen” wird.

Weißer Tee
nur die geschlossenen, jungen Blattknospen dürfen verwendet werden. Die Blätter haben noch kein Chlorophyll gebildet. Deshalb dieser zarte, milde Geschmack. Sie werden wie der grüne Tee getrocknet und dann kurz erhitzt. Es findet also auch kein Oxidationsprozess statt.

Oolong Tee
hat viele Arbeitschritte, neben dem Trocknen und Fermentieren wird dieser Tee gepresst und mit besonders hohen Temperaturen “gebacken”. Die Kombination von Hitze und Pressung bestimmen die Qualität und natürlich auch die Haltbarkeit.

Gelber Tee
befindet sich dem Verarbeitungsprozess zwischen dem Weißen Tee und Oolong Tee. Er ist ebenfalls schwach fermentiert. Nach dem Erhitzen wird er nicht sofort verarbeitet, sonder man gibt dem Teeblatt noch etwas Ruhezeit.

Pu-Ehr-Tee, der Ziegeltee
ebenfalls ein teil-fermentierter Tee, der in Formen wie Fladen oder Ziegel gepresst wurde – daher auch der Name Ziegeltee. Im Anschluss wird er eingelagert, damit er weiter oxidiert. Ähnlich wie bei einem Käse machen sich Bakterien und Mikroorganismen an diesem Tee zu schaffen und geben ihm seine Reife, umso länger er sich in diesem Prozess befindet.

Sind Kräuter, Roiboos und Co. jetzt ein Tee oder nicht, oder was?!

Nein, sind sie nicht, wenn Du es ganz korrekt sagen möchtest. Denn es handelt sich hier nicht um die berühmte Teepflanze, die in Fachkreisen eifersüchtig diesen Namen verteidigt und für sich behält.

Alles was keine Teepflanze ist und auf Wasser trifft, ist immer noch ein schnöder “Aufguss”. Sorry.

Aber wenn wir mal umgangssprachlich werden, dann sind wir wieder beim Tee gelandet, denn irgendwie ist alles, was Pflanze gepaart mit heißem Wasser ist, ein Tee für uns Normalos. Ist doch auch ok, oder?

Ich finde, dass unsere heimischen Kräuter es durchaus verdient haben, ganz offiziell als Tee zu gelten, wenn sie unsere Tasse mit heißem Wasser veredeln. Auch wenn ich dabei ganz unfachmännisch werde – so!

Was meinst Du?

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